Mutmachleute Daniela

Schizoaffektive Störung, Sozialphobie, Generalisierte Angststörung: Schizoaffektiv, na und?

Betroffene: Daniela

Jahrgang: 1986

Diagnosen: Schizoaffektive Störung, Sozialphobie, Generalisierte Angststörung

Therapien: Medikamentöse Therapie, kognitive Verhaltenstherapie

Ressourcen: Meine Familie, Haustiere, spazieren gehen, lesen

 

 

Wie und wann hast du von deiner Erkrankung erfahren?

Im Jahr 2015 wurde bei mir eine Depression diagnostiziert. Ich bekam Tabletten und habe meinen Alltag weiterhin bewältigt. Es war Dezember 2017, als ich plötzlich aus dem Grübeln nicht mehr heraus kam, dachte mein Umfeld wolle mir etwas Böses und ich wollte vor ein Auto laufen. Ich kam auf die geschlossene Station der Psychiatrie und war der Meinung, ich werde verfolgt und das Klinkpersonal steckt mit meinen Verfolgern unter einer Decke. Als es mir dann besser ging und ich mit den Ärzt*innen kooperieren konnte, konnte ich bald mit neuen Medikamenten entlassen werden. Es wurde eine schwere Depression diagnostiziert. Im Anschluss daran hatte ich zwei Aufenthalte in der Tagesklinik, mittlerweile konnte ich das Erlebte in Worte fassen und erhielt schließlich die Diagnose Schizoaffektive Störung.

 

Warum hast du dich entschieden, nun Gesicht zu zeigen?

Weil es wichtig ist, dass man offen über psychische Erkrankungen spricht, damit die Stigmatisierung eines Tages ein Ende haben wird. Ich möchte der schizoaffektiven Störung ein Gesicht geben.

 

Wie hat dein Umfeld reagiert, als es von deiner Krankheit erfahren hat, und welchen Umgang würdest du dir von deinem Umfeld (und der Gesellschaft) in Bezug auf deine Erkrankung wünschen?

Teilweise mit liebevoller Akzeptanz aber auch mit Besorgnis und Angst.
 

Welche Dinge haben dir am meisten geholfen, die Krankheit zu akzeptieren?

Mich über die Krankheit zu informieren, damit ich Expertin meiner Krankheit werden kann. Ich habe viele Bücher gelesen. Und, dass mein Mann zu 100% hinter mir steht.


Welche Ressourcen nutzt du in Krisensituationen?

Es ist mir wichtig, engen Kontakt zu meiner Familie zu haben, sie steht mir immer unterstützend zur Seite.


Was möchtest du anderen Betroffenen mit auf den Weg geben?

Versteckt Euch nicht, wir sind mehr als Ihr glaubt.

 

Was möchtest du anderen Angehörigen mit auf den Weg geben? Wie können sie dir (einerseits) und sich selbst (andererseits) am besten helfen?

Dass auch die kritischen Phasen wieder vorbeigehen, dem Angehörigen Hilfe zu suchen, falls er es selbst nicht kann. Gebt Euch nicht die Schuld für die Krankheit Eures Angehörigen, Niemand ist daran „schuld“.

 

Was macht deinen Charakter aus und welche Eigenschaft schätzt du an dir am meisten?

Ich schätze an mir mein Einfühlungsvermögen und meine Tierliebe. Meine Familie beschreibt mich als zuverlässig, hilfsbereit, humorvoll und als totalen Familienmensch.