Bipolare Störung: Ich bin so wie ich bin. 

Betroffene: Linda Dickhof

Jahrgang: 1991

Diagnose: Bipolare Störung

Therapien: Verhaltenstherapie, 2 stationäre Aufenthalte, 3 Mal Tagesklinik, Heilpraktikerin für Psychotherapie

Ressourcen: Familie, Freunde, Selbsthilfegruppe, Malen, Musik hören, Bachata tanzen (z.B. Lesen, Sport, Freund*innen)

 

 

Wie und wann hast du von deiner Erkrankung erfahren?

Ich habe 2016 die erste schwere Depression diagnostiziert bekommen und die Bipolare Störung im Oktober 2020.

Warum hast du dich entschieden, nun Gesicht zu zeigen?

Ich zeige mich schon lange auf Instagram oder im WhatsApp Status für Familie, Freunde und Bekannte.

Ich möchte für mehr Akzeptanz für psychische Erkrankungen in unserer Gesellschaft kämpfen und für die Endstigmatisierung. Ich halte es für wichtig, ein Vorbild zu sein für die neue Generation und alle Menschen, die sich in Krisen befinden und vielleicht noch Angst haben, sich Hilfe zu holen.

 

Wie hat dein Umfeld reagiert, als es von deiner Krankheit erfahren hat, und welchen Umgang würdest du dir von deinem Umfeld (und der Gesellschaft) in Bezug auf deine Erkrankung wünschen?

Ich bin über die Reaktion meiner Familie und Freunde sehr dankbar. Sie haben von Anfang an sehr positiv, wertschätzend und unterstützend reagiert. Dies hat mir geholfen, selbst die Erkrankung besser annehmen und besser mit ihr umgehen zu können.

Von der Gesellschaft würde ich mir mehr Transparenz und Akzeptanz wünschen. Dass es ganz normal wird, dass eine psychische Erkrankung als ganz normale Krankheit angesehen wird und auch so behandelt wird.

 

Welche Dinge haben dir am meisten geholfen, die Krankheit zu akzeptieren?

Meine Selbsthilfegruppe, mein Leidensdruck und die Psychoedukation in den Kliniken. Und meine Therapeutin und meine Psychiaterin.

Welche Ressourcen nutzt du in Krisensituationen?

Meine Familie und meine Freunde, meine Selbsthilfegruppe, die Telefonische Seelsorge, Aktivitäten und Achtsamkeit

Was möchtest du anderen Betroffenen mit auf den Weg geben?

Dass sie genauso wie sie sind gut sind. Dass es okay ist, sich Hilfe zu holen. Dass es okay ist, sich so zu zeigen wie man ist mit allen seinen Licht- und Schattenseiten.

 

Was möchtest du anderen Angehörigen mit auf den Weg geben? Wie können sie dir (einerseits) und sich selbst (andererseits) am besten helfen?

Einfach immer wieder zuhören, da sein, empathisch reagieren, mögliche Unterstützung anbieten, aber keine Ratschläge geben.

 

Was macht deinen Charakter aus und welche Eigenschaft schätzt du an dir am meisten?

Ich sprühe voller positiver Energie und Lebensfreude. Ich bin lebensfroh, fröhlich, mutig, offen, herzlich und empathisch. Ich denke, meine stärkste Eigenschaft ist meine Herzenswärme.