Schizoaffektive Psychose: Immer wieder von vorne anfangen und weitermachen!
Betroffener: Dzimi Sokcevic
Jahrgang: 1980
Diagnose: Schizoaffektive Psychose
Therapien: Psychotherapie und Psychopharmaka
Ressourcen: Wandern, Kochen, Kirche
Wie und wann hast du von deiner Erkrankung erfahren?
Als meine Mutter an Krebs gestorben ist (2007) bin ich den Jakobsweg gelaufen. Von Trier bis nach Barcelona bin ich gelaufen und bin kurz nach der Heimkehr (Abbruch in Barcelona da mental total erschöpft) in die Psychiatrie in Heppenheim gekommen (freiwillig).
Warum hast du dich entschieden, nun Gesicht zu zeigen?
Ich habe seit ca. 2021 einen aktiven Blog bzgl. meiner Erkrankung und kann nur positive Erfahrungen bzgl. meiner eigenen Erkrankung schildern als auch die Reaktionen aus meinem Umfeld.
Wie hat dein Umfeld reagiert, als es von deiner Krankheit erfahren hat, und welchen Umgang würdest du dir von deinem Umfeld (und der Gesellschaft) in Bezug auf deine Erkrankung wünschen?
Meine Familie ist auf Distanz gegangen. Blieben noch entferntere Familienmitglieder wie meine Tante aus der Schweiz, mein Onkel aus der Schweiz und einige Cousins als auch vor allem Freunde (einige) aus meiner Studienzeit.
Wunsch: MEHR JOBS, MEHR ANERKENNUNG!
Welche Dinge haben dir am meisten geholfen, die Krankheit zu akzeptieren?
Meine erste Stationsärztin in Heppenheim sagte zu mir: Gehen Sie offen mit ihrer Erkrankung (Psychose) um. Das hat in mir Dämme gebrochen und ich musste nix verheimlichen.
Dazu kam noch ein kroatischer Psychiater (Prof. Dr.) der mich bzgl. meiner Ängste mit Menschen (sozialer Kontakt) auf die Strategie: Konfrontation getrimmt hat (nicht ausweichen).
Welche Ressourcen nutzt du in Krisensituationen?
Nicht aufgeben und immer weiter!
Was möchtest du anderen Betroffenen mit auf den Weg geben?
Das gleiche was mir gesagt worden ist (2007): Offen damit umgehen und nicht klein machen (unnötig) & IMMER WEITER!
Was möchtest du anderen Angehörigen mit auf den Weg geben? Wie können sie dir (einerseits) und sich selbst (andererseits) am besten helfen?
Nestwärme produzieren und wir sind arbeitsfähig!
Was macht deinen Charakter aus und welche Eigenschaft schätzt du an dir am meisten?
Die Krankheit hat mich stärker gemacht als ich es je zuvor hätte erträumen können.
→ Immer wieder aufstehen und weiter machen.
Unbändiger Willen!
Dzimi blogt auf seiner Website, unbedingt reinschauen!


